Originalautor: Oluwapelumi Adejumo
Originalübersetzung: Saoirse, Foresight News
Mit steigender Aufmerksamkeit der Investoren wachsen die Reserven dieser Privacy-Public-Chain weiter, und die Zcash-Community steht vor einer Entscheidung: Sollen die Entwicklersubventionen abgeschafft oder dieses Förderprogramm fortgeführt werden?
Nachdem der Zcash-Mitbegründer Sean Bowe einen Vorschlag vorgelegt hat, die automatischen Zuweisungen an das Zcash Community Grants Program (ZCG) einzustellen, hat sich diese Debatte schnell zugespitzt. Er ist der Ansicht, dass die bestehenden Reserven dieses Förderprogramms bereits ausreichend groß sind, um ohne zusätzliche Zuweisungen mehrere Jahre Entwicklungsarbeit zu finanzieren.
Sein Vorschlag hat radikalere Forderungen ausgelöst; der ZODL-Gründer Josh Swihart, der Gemini-Mitbegründer Tyler Winklevoss und andere Ökosystemteilnehmer haben sich geäußert; gleichzeitig schlägt eine alternative Option vor, die Entwicklungsfinanzierung unter der Bedingung einer niedrigeren Förderquote bis 2036 fortzuführen.
Der Zeitpunkt, an dem dieser Dissens ausbricht, fällt mit dem zehnten Jahrestag des Zcash-Launches am 28. Oktober (also heute) zusammen. Institutionelle Gelder positionieren sich neu in diesem Projekt, die Aktivität privater Transaktionen steigt, und der Markt beginnt zu prüfen, wie diese Public Chain die neu geschürften ZEC-Token verteilen sollte.
Zcashs Schatzkammer mit 125 Millionen US-Dollar löst Rufe nach Auflösung des Förderprogramms aus
In einem am 26. Oktober veröffentlichten Entwurf schlug Bowe vor, den ursprünglich dem ZCG zugewiesenen Anteil von 8 % der Blockbelohnungen an den Network Sustainability Mechanism (NSM) zu übertragen. Der NSM ist ein Protokollreservepool, dessen ursprünglicher Zweck darin besteht, die langfristige Versorgung mit Blockbelohnungen zu sichern. Bowe schrieb auf X:
„Es ist Zeit, die Finanzierungsquelle des ZCG abzuschneiden.“
Er ergänzte, dass die bestehenden Mittel des ZCG bereits mehr als 125 Millionen US-Dollar umfassen und selbst bis zum im Vorschlag festgelegten Stichtag weiterhin Zuweisungen in Millionenhöhe erhalten würden; dieses Förderprogramm sei bei seiner ursprünglichen Konzeption nicht dafür ausgelegt gewesen, ein solches Volumen an Mitteln zu verwalten.
Diese Mittelbewertung basiert auf etwa 91.453 ZEC, 8,8 Millionen US-Dollar an Fiat-Vermögenswerten, abzüglich 2,4 Millionen US-Dollar noch zu erfüllender Verpflichtungen, berechnet auf Basis eines ZEC-Preises von 1.300 US-Dollar. Bei diesem Preis wird der jährliche Zuweisungswert des ZCG auf etwa 68,3 Millionen US-Dollar geschätzt, verglichen mit seinen Ausgaben im ersten Quartal betragen die annualisierten Ausgaben nur 6,12 Millionen US-Dollar.
Bowes Plan würde alle bestehenden Vermögenswerte unter dem Namen des ZCG erhalten und zugleich die weiteren 12 % eines separaten, von Token-Inhabern kontrollierten Mittelflusses nicht antasten.
Doch Maxime Desalle schlug einen weitergehenden Plan vor: das ZCG vollständig aufzulösen, keine neuen Förderanträge mehr zu genehmigen und nach Erfüllung aller bereits zugesagten Zuweisungen die verbleibenden Mittel der Schatzkammer an den NSM zu übertragen. Desalle ist der Ansicht, dass der Governance-Mechanismus des ZCG Mängel aufweist: Eine kleine Gruppe von Community-Beratern kann über die Mittelverwendung entscheiden, während alle ZEC-Inhaber gemeinsam die entsprechenden wirtschaftlichen Kosten tragen. Er legte zugleich offen, dass er bei dem führenden Zcash-Mining-Unternehmen Cypherpunk beschäftigt ist, betonte jedoch, dass dieser Vorschlag unabhängig von seiner Arbeit sei und kein Interessenkonflikt bestehe.
Bowe erklärte später, er persönlich sei bereit, die Übertragung der bestehenden Schatzkammermittel des ZCG in Betracht zu ziehen, wünsche sich jedoch, dass diese Entscheidung getrennt von dem Vorschlag zur „Einstellung künftiger Zuweisungen“ abgestimmt werde.
Winklevoss und Swihart drängen auf drastische Kürzung der Förderung, alternative Pläne liegen ebenfalls vor
Die Kontroverse geht längst über die Frage des Fortbestands des ZCG selbst hinaus. Tyler Winklevoss unterstützt öffentlich die Abschaffung des gesamten Förderprogramms und kommentierte: „Es ist Zeit, dieses Zcash-Fördermodell nach Art der USAID zu beenden.“
Swihart hingegen ist der Ansicht, dass die bloße Streichung der ZCG-Zuweisungen nur an den Symptomen kuriert. Er sagte:
„Nur einen Teil des Entwicklungsfonds zu streichen, ist der falsche Weg. Wenn man auflösen will, darf man nicht auf halbem Weg stehen bleiben; ZCG und der Mittelfluss der Token-Inhaber sollten gemeinsam abgeschafft werden.“
Swihart wies darauf hin, dass der von Token-Inhabern kontrollierte Mittelpool täglich etwa 216 ZEC einnimmt und bei steigendem Tokenpreis ebenfalls das Problem einer fortlaufenden Mittelakkumulation entstehen werde. Er schlug vor, beide Mittelflüsse gleichzeitig zu schließen und vollständig an den NSM zu übertragen; zunächst alle bereits genehmigten Förderungen zu erfüllen und dann die verbleibenden regelkonformen Mittel zu übertragen. Swihart brachte zudem die Idee vor, durch Abstimmung der Token-Inhaber einen einmaligen Sonderfonds einzurichten, um die rechtlichen Schutzausgaben der Entwickler zu tragen. Er sagte:
„Ein Kompromiss würde nur die Kontroverse und das Fraktionsgerangel fortsetzen; der Markt braucht Gewissheit.“
Erwähnenswert ist, dass Swihart einräumte, sein Unternehmen ZODL habe kürzlich eine Förderung von Token-Inhabern für die Entwicklung des Kernprotokolls erhalten; sollte das Förderprogramm bestehen bleiben, hätten sie auch künftig die Möglichkeit, weitere Mittel zu beantragen. Sein Vorschlag würde diesen Finanzierungskanal jedoch direkt abschaffen.
Doch die Stimmen, die eine vollständige Abschaffung der Entwicklungssubventionen fordern, haben auch einen Gegenentwurf erhalten. In einem Entwurf vom 27. Oktober schlug der Community-Mitwirkende Dismad einen schrittweisen Reduktionsplan vor: Der Gesamtanteil der Entwicklerzuweisungen soll von derzeit 20 % rund um den Halbierungszyklus 2028 auf 10 %, 2032 auf 5 % und 2036 vollständig auf null gesenkt werden.
Dieser Plan behält den bestehenden Governance-Rahmen bei und gibt den Entwicklern eine Übergangsfrist von bis zu zehn Jahren, wobei die Förderquote Jahr für Jahr sinkt.
Die endgültigen Ergebnisse der verschiedenen Pläne unterscheiden sich erheblich: Der Plan von Bowe sieht die Einstellung neuer Zuweisungen an das ZCG vor; der Plan von Desalle sieht die direkte Abschaffung der Institution ZCG vor; der Plan von Swihart sieht die Abschaffung aller Entwicklungsfonds vor; der Plan von Dismad sieht die Fortführung der Förderung mit jährlicher Reduktion vor und durchbricht die ursprünglich für 2028 vorgesehene Befristung.
Zcashs Popularität steigt weiter, die Abwägung bei den Entwicklungsmitteln wird entscheidend
Die zahlreichen Stimmen, die eine Abschaffung der Entwicklungssubventionen fordern, stehen in scharfem Kontrast zur Einschätzung von Grayscale. Grayscale ist der Ansicht, dass die auf Protokollförderung basierende Forschung und Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren der Schlüssel für Zcash war, um technologische Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Diese Vermögensverwaltungsgesellschaft führt eine Reihe von Upgrades wie Sapling, Orchard und den kürzlich eingeführten Ironwood-Privacy-Pool als Beispiele an, die alle ohne spezielle Entwicklungsmittel nicht möglich gewesen wären. Grayscale führt an, dass zur Steigerung des Transaktionsdurchsatzes, zur Abwehr von Quantencomputing-Angriffen und zur Bewältigung immer neuer Cybersicherheitsrisiken auch künftig kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung erforderlich sind. Grayscale erklärte, dass für kontinuierliche Innovation „in Zukunft wahrscheinlich weiterhin Unterstützung aus mehreren Quellen für Entwickler erforderlich sein wird, während gleichzeitig die Effizienz der Mittelzuweisung optimiert werden muss.“
Zu dem Zeitpunkt, als Grayscale diese Einschätzung abgab, stiegen Marktkapitalisierung und On-Chain-Aktivität von Zcash zugleich deutlich an. Daten von ZecStats zeigen, dass ZEC im vergangenen Jahr um etwa 260 % gestiegen ist, der Preis stabil über 1.200 US-Dollar liegt und die Gesamtmarktkapitalisierung 20 Milliarden US-Dollar überschritten hat; ausgehend von etwa 60 US-Dollar Anfang 2025 beträgt der Anstieg nahezu das 20-Fache.
Mit der Stärke des Tokenpreises steigt auch die Nachfrage der Nutzer nach Privatsphäre-Funktionen. Laut ZecStats-Statistik verzeichnete Zcash Ende Oktober durchschnittlich etwa 11.300 Transaktionen pro Tag, ein Plus von 70 % im Jahresvergleich; abgeschirmte Privatsphäre-Transaktionen machten 62 % aller Transaktionen aus, verglichen mit nur 24 % im Vorjahr. Derzeit befinden sich etwa 4,96 Millionen ZEC in abgeschirmten Pools, was 29 % des Umlaufs entspricht; Nutzer können mit dieser Funktion Transaktionsinformationen verbergen.
Die Popularität überträgt sich auch auf traditionelle Anlagebereiche. Das Zcash-Produkt ZCSH von Grayscale hatte zum 26. Oktober ein Nettovermögen von etwa 708 Millionen US-Dollar, was das Allokationsvolumen institutioneller Gelder in diese Kryptowährung deutlich macht.






